Mauerseglerstation im MUSE-O ist gerüstet

veröffentlicht am 02. Mai 2026

Schutzbleche gegen Falken

Jetzt hört man sie wieder in Gablenberg, wenn sie ihr heißeres „sriih“, sriih“ ausstoßen. Seit Ende April kurven die eleganten Luftakrobaten wieder über die Dächer und steuern zielstrebig ihr angestammtes Domizil an, die einzige Mauerseglerbeobachtungsstation Stuttgarts, unterm Dach des MUSE-O. Standorttreu, sagen Vogelkundler. Heimatverbunden, sagt der Gablenberger.

Die Appartements sind picobello. Frisch nachgerüstet mit Schutzblechen über den Einfluglöchern und Lüftungsöffnungen gegen Brutkasten-Sauna. Das umsichtige Betreuungsteam um Petra Tenzlinger und Klaus Sturm sorgt seit zwei Jahren ehrenamtlich dafür, dass es den gefiederten Stammgästen während ihres Aufenthalts in Gablenberg gut geht.

Am 30. April waren zwei Mauerseglernester im MUSE-O mit je zwei Vögeln besetzt.

Ihre Leidenschaft teilen sie durch spannende Livestreams und einen lebendigen Block aus der Vogelperspektive mit Mauersegler-Fans. Das Interesse ist enorm: 2000 Besucher machten in der vergangenen Saison davon Gebrauch und tauschten sich im Live-Chat rege aus. Die Belegungsquote der Vogelappartements ist ausbaufähig. Im vergangenen Jahr waren von den 18 Kästen sechs belegt. Es gab auch Nachwuchs, den allerdings ein hungriger Falke, vermutlich von der benachbarten Petruskirche, reduzierte. Er hatte schnell begriffen, dass hier „Take away“ geboten wurde. Kaum regten sich die Nestlinge am Einflugloch, zack, Service genutzt.

Damit sich das Drama nicht wiederholt, hat sich das Mauersegler-Team über Falkenabwehr bei Experten in Internetforen schlau gemacht und nachgerüstet. An der Ostseite wurden gebogene Bleche über den Einfluglöchern mit Hilfe eines Krans angebracht. Auch am Kasten am rückwärtigen Teil des Gebäudes wurden Abdeckungen an den einzelnen Fluglöchern montiert. Die kleinen Vordächer dienen als Sichtschutz für die Maurersegler-Youngster, die von dort arglos zu ihren „Jungfernflügen“ starten. Laut Petra Tenzlinger hat der Turmfalke blitzschnell zugeschlagen, sobald sich etwas an den Löchern bewegte.  Außerdem verhindern Taubenstacheln auf dem Wetterschutzdach, dass er sich gemütlich auf die Lauer legt.

Schwierig war die Entscheidung, wie viel Schutz man anbringen kann, damit die gefiederten Stammgäste bei ihrer Ankunft nicht irritiert sind oder gar von Optik und Art des Einfluglochs abgeschreckt werden und nicht einziehen. Auch innen wurde nachgebessert mit verschließbaren Luftlöchern, damit aus der Kinderstube kein Backofen wird. „Bis 40 Grad fühlen sich die Mauersegler wohl“, weiß Petra Tenzlinger.

Livestream: www.youtube.com/@Mauersegler-Stuttgart/streams.
Im Blog mit mauerseglertagebuch (www.mauersegler-stuttgart.de) kann man die Entwicklungen in der Kinderstube verfolgen. pb

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