Süße Residenzstadt: Wer weiß was?

veröffentlicht am 17. Juni 2026

Stuttgart war einst berühmt als Schokoladestadt. Namhafte Firmen stellten hier hochwertige Produkte her und verkauften sie europaweit. Daran wird MUSE-O in seiner Winterausstellung (ab November 2026) erinnern. Noch aber fehlen wichtige Details.

Einige Marken sind noch heute geläufig – und die leckeren Produkte buchstäblich in aller Munde: Eszet etwa, aber auch Moser-Roth oder Tobler. Ritter wird oft Waldenbuch zugeordnet, wurde aber in Cannstatt gegründet. Dort entstand auch die Firma Friedel, die man zwar eher wegen ihrer Brause kennt, die aber auch Kakaoprodukte herstellte. Nur noch in der Erinnerung, nicht mehr im Ladenregal findet sich Waldbaur-Schokolade.Schon weniger bekannt sind Namen wie Buck, Haller oder Wernick.

Ein aktueller Flohmarktfund: Dieses Kärtchen hing wohl in einer Confiserie am Fach für Vanille-Schokolade. Es entstand um 1855. Sammlung Gohl

Erste Recherchen haben darüber hinaus einen zu Unrecht völlig vergessenen Hersteller zu Tage gefördert, dazuhin im Stuttgarter Osten. Starker & Pobuda, ansässig in der Cannstatter Straße, war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderte Hoflieferant in Württemberg und Holland, exportierte in zahlreiche europäische Länder und heimste auf bedeutenden Ausstellungen meist goldene Preise ein. Und vielleicht gibt es ja noch weitere einschlägige Unternehmen wiederzuentdecken …

Ausstellungen, so das Mantra der MUSE-O-Ausstellungsmacher, leben von ihren Exponaten. Schon jetzt haben sie Zusagen von zwei namhaften Privatsammlern, die ihre Schätze teilweise zu Verfügung stellen. Aber weiteres Material ist dringend nötig. Wo steckt beispielsweise noch eine der berühmten Katzenzungen-Dosen von Waldbaur mit den bunten Vogelmotiven? Wer besitzt eine Eszet-Schnitten-Packung aus den 1930ern? Sammelt jemand hiesige Schokoladenpapiere, Pralinenschachteln oder Kakaodosen? Auch Starker & Pobuda muss Spuren hinterlassen haben – wo sind sie?

Einige Fabriken bestanden in Stuttgart ja bis in die 1970er/1980er-Jahre. Es muss noch Menschen geben, die dort gearbeitet haben. Haben sie Lohnzettel, Flugblätter von Arbeitskämpfen oder Fotos von den Produktionsstätten aufbewahrt? Sind sie bereit, für uns einige gute oder weniger gute Erinnerungen aufzuschreiben? Die MUSE-O-Leute freuen sich darauf ebenso wie auf Exponatangebote, am besten mit Bildern und Maßangaben unter ausstellungen@muse-o.de.

Aktuelle Informationen stets unter: www.muse-o.de

MUSE-O wird institutionell gefördert vom Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart

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