Neue Ausstellung im MUSE-O

veröffentlicht am 02. Mai 2026

Die legendären 1920er im Stuttgarter Osten

Die neue Ausstellung im MUSE-O nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise in die legendären 1920er-Jahre, die im Stuttgarter Osten einen eigenen Takt gefunden haben. Die augenfällig gestaltete Schau trägt den Titel „Die 1920er im Stuttgarter Osten. Wohnen – Arbeiten – Leben“. Kuratiert von Ulrich Gohl undunterstützt von Inken Gaukel ist sie das Ergebnis einer akribischen Recherche und, wie Gohl selbst sagt, eine Mikrostudie.

Im Mittelpunkt stehen die dynamischen Jahre zwischen 1918 und 1933. Diese Epoche bescherte dem Stuttgarter Osten nach einem schwierigen Start einen prägenden Aufschwung.Neue Siedlungen wachsen zwischen den alten Kernen, wichtige Firmen siedeln sich an, Sport, Kultur und Kirchen treten selbstbewusst auf den Plan.

Großes Interesse bei der Eröffnung der neuen MUSE-O-Schau. Foto: pb

Zahlreiche Interessierte kamen zur Ausstellungseröffnung. Bezirksvorsteher Armin Serwani war ebenso unter den Gästen wie Bezirksbeiräte, Mitglieder des Museumsvereins und Leihgeber. Das Grußwort der Stadt Stuttgart hielt der Erste Bürgermeister Fabian Mayer. Er machte deutlich, welchen Stellenwert das Stadtbezirksmuseum inzwischen hat, würdigte den Ort und dankte dem Verein, „diesen wunderbaren Ort mit Leben zu füllen“.

Mehr als 50 Ausstellungen hat Ulrich Gohl hier bereits erarbeitet, stets wissenschaftlich fundiert und zugleich ansprechend und professionell gestaltet, so Mayer. Das habe auch damit zu tun, dass hinter dieser Produktivität ein leidenschaftlicher Historiker steht, der sich seit Jahren der Geschichte von Stuttgart-Ost verschrieben hat.

Häufig forscht der Kurator dafür im Stadtarchiv, so auch für die 1920er-Jahre im Stuttgarter Osten, da es keinerlei Vorarbeiten gab.Die Schau selbst folgt keiner linearen Erzählung, sondern öffnet acht spannende Themenfelder. Auf zwei großen Karten werden die beiden Hauptthemen Industrie und Siedlungsbau behandelt, wie Ulrich Gohl in seiner Einführungsrede erläuterte.

Auch die Bereiche Schulen, Infrastruktur, Kirchen, Sport, Kunst und Kultur sowie besondere Ereignisse erhaltenoptisch und inhaltlich Raum. Rote Strahlen auf den Ortsplänen verweisen auf kleine Tafeln am Rand, die Geschichten erzählen oder rare Objekte zeigen. Darunter sind Fundstücke wie ein Silberflakon der Württembergischen Gold- und Silberfabrik oder eine seltene Blechdose von Schoko Buck. Rund 30 solcher Objekte, sämtlich zwischen Gaskessel und Gänsheide entstanden oder genutzt, entfalten jene Aura des Originals.

In beiden Räumen laden eigens aufgestellte Stühledazu ein, die sehenswerte Ausstellung in Ruhe zu betrachten. Man könne das auf unterschiedliche Weise machen, so Gohl: die Originale auf sich wirken lassen, die Topografie des Wandels auf den Karten verfolgen oder in die Geschichtenhinter den Täfelchen eintauchen. So oder so ein Genuss, möglich bis 18. Oktober.

MUSE-O, Gablenberger Hauptstraße 130, Samstag, Sonntag 14 bis 18 Uhr, Eintritt vier Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei; Informationen unter: www.muse-o.de

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